Freitag, 25. April 2008

Ewiges Leben leicht gemacht!


Niemand sollte das ewige Leben vorschnell als bloßen Traum verwerfen.
Das erste Menschenpaar auf Erden besaß auch eine blühende Gesundheit.
Als Adam und Eva den von Gott kredenzten paradiesischen Obstsalat aßen, waren sie glücklich, schlank und voller Vitalität. Genau so, wie es sich für die Krone der Schöpfung geziemt.
Gut, da gab es ein klitzekleines Problem mit einem Apfel, seitdem sieht es mit der täglichen Ration für uns Menschen an paradiesischem Obstsalat schwierig aus.
Aber Gott hatte Erbarmen.
Er schickte dem modernen Mensch die Spezies der Gesundheitspäpste.
Sozusagen Gottes „Obstsalat-austeilende“ Stellvertreter auf Erden.
Wem der Gedanke zusagt, in einem Fitnessparadies auf Erden zu leben, der sollte sich durch nichts davon abbringen lassen, die Erkenntnis der Fitness- und Gesundheitspäpste zu erlangen. Es ist ganz normal um 4.30 Uhr aufzustehen und noch vor dem Bio-Frühstücksriegel schnell eine anderthalbstündige Runde um den Block zu hecheln.
Der Fitnesspapst an sich liebt die Menschen. Nur der noch nicht Erleuchtete denkt, es gehe ihm ums Geld. Dabei ist das purer Altruismus und der Wille, die Menschheit vom Speck zu befreien, der ganz unästhetisch über den Hosenbund gewachsen ist. Und wie verbreitet man diese Lehren am Besten? Richtig: Jeder Papst braucht eine Bibel!
Das ist so sicher wie das „Amen“ in der Kirche.
Meist kommen sie mit so ansprechenden Titeln daher wie:

  • forever young

  • Winterspeck ade

  • biblisches Alter leichtgemacht oder

  • Bekenntnisse eines Ovo-Lacto-Vegetariers.

Die Erkenntnisse aus diesen heilbringenden Werken können uns heute schon von Nutzen sein. Sie geben Antworten auf die schwierigsten und beunruhigendsten Fragen.
Nur wenn wir uns von ihnen anleiten lassen, können wir eine Freundschaft mit unserem Körper entwickeln. Für einen echten Körperkultjünger sind mindestens zehn Bücher Pflichtlektüre. Schade nur, dass sich nicht jeder das gesamte
Œuvre zulegen kann, schließlich kostet es eine Kleinigkeit.
Aber selbst daran hat ein ganz besonders engagierter Vertreter der Gesundheitspäpste, Hademar Bankhofer gedacht. Er pilgert von Talkshow zu Talkshow und bekehrt die letzte chipsknabbernde Couchpotato.
Wer sich diesem Fitness- und Schlankheitsideal noch entzieht, ist selber Schuld und hat es nicht verdient schlank zu sein und fast unendlich zu leben!



Sonntag, 6. April 2008

Hello, World!

Kommentar für "Printjournalismus"


Kommentar _____


Eisbären gehören nicht in den Zoo

Der mediale Ausverkauf von Knut, Flocke & Co.



Im letzten Jahr konnte sich der Berliner Zoo über mangelnde Besucherzahlen kaum beklagen und das einzig und allein wegen eines Eisbären namens Knut. Wie süß, denken viele. Einige sehen in ihm sogar das Klimawandel-Maskottchen. Doch schaut man genauer hinter die plüschige Fassade des medialen Rummels, kann man nur zu dem Schluss kommen: Es ist nicht die Bestimmung von Eisbären, hinter Gittern niedlich in die Kameras von weltweit angereisten Journalisten zu blinzeln. Außer vielleicht, die Eisbären wollen der Marketingmaschinerie Geld in die Kassen spülen. Selbst renommierte Tageszeitungen konnten sich nicht dem Bären und seiner verkaufsfördernden Wirkung entziehen. Kritische Anmerkungen sucht man meist vergebens. Zum Beispiel die Verlogenheit, mit der manche Journalisten über den Eisbären berichten. Bestenfalls soll er eine Warnung für alle Klimasünder sein, aber wie die internationalen Besucher und Journalisten angereist sind, interessiert keinen. Zu Fuß? Wohl eher nicht. Um den Eisbären zu sehen, haben sie kräftig dazu beigetragen, dass CO2 ausgestoßen wird. Den frei lebenden Artgenossen von Knut hilft dies sicher nicht, im Gegenteil.

Sollte man nicht einen ehrlicheren Artenschutz betreiben?

Die Zoos versuchen ihre Position, Eisbären in Gefangenschaft zu halten, damit zu rechtfertigen, dass dies zur Arterhaltung und Genvielfalt beiträgt. Mag sein, dass dieses Argument zu einem gewissen Grad auch zutrifft. Ist der Eisbär aber einmal an das Zooleben gewöhnt, sieht es mit der Freilassung in die Natur schwierig aus. Das Robbenjagen hat er im Zoo nicht gelernt. Zudem ist der Eisbär ein „Wanderer“. Diese genetisch festgelegte Eigenschaft, den Nordpol zu umwandern, kann er in Zoos nicht ausleben. Der Hospitalismus ist häufig die Folge.

Das kann kein schönes Bild für Tierfreunde sein.

Das Ziel sollte vielmehr die Erhaltung des natürlichen Lebensraums sein. Allein die Aufmerksamkeit auf den bedrohten Lebensraum zu lenken, reicht nicht aus. Der Spendenanteil im Kaufpreis des Stofftiers „Knut“ zugunsten bedrohter Eisbären genügt nicht und beruhigt höchstens das schlechte Gewissen bei der nächsten Autofahrt.